Im Gespräch mit YWLA-Preisträgerin Emilia Wurster
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Mit dem Young Women in Leadership Award honoriert ZONTA weltweit das ehrenamtliche Engagement junger Frauen.
Die diesjährige Preisträgerin, die 17-jährige Emilia Wurster, setzt sich auf beeindruckende Weise dafür ein, wie man sich gesellschaftlich einbringt und die Welt für Frauen und Mädchen besser macht: Nicht nur an der Sachsenwaldschule, auch im Sportverein und bei der Feuerwehr übernimmt Emilia Verantwortung und setzt sich für ein gleichberechtigtes Miteinander ein.
Wir haben mit Emilia über ihre Ziele, Beweggründe und Zukunftspläne gesprochen.
Liebe Emilia, Glückwunsch zum wohlverdienten „Young Women in Leadership Award“! Beschreib uns doch mal, was Du alles so machst, wenn Du nicht gerade zur Schule gehst?
Vielen Dank, ich freue mich wirklich sehr über die Auszeichnung. Auch außerhalb der Schule bin ich in vielen Bereichen ehrenamtlich aktiv, da ich es wichtig finde, anderen mit dem zu helfen, was man geben kann. Schon seit meinem zehnten Lebensjahr darf ich in der Jugendfeuerwehr Barsbüttel mitmachen, wo man viel über Kameradschaft, Retten und Helfen lernt. Außerdem unterstütze ich den Übungsdienst der Freiwilligen Feuerwehr Stemwarde und freue mich darauf, dort nach meinem 18. Geburtstag auch aktiv mitwirken zu können. Ein weiterer großer Teil meiner Freizeit ist das Schwimmtraining, denn ich arbeite als ehrenamtliche Übungshelferin beim TSV Reinbek mit Kindern an ihren Fähigkeiten und begleite sie auf ihrem Weg zu den Schwimmabzeichen. Es macht mir große Freude, ihre Fortschritte mitzuerleben und ihnen Selbstvertrauen zu vermitteln. Ich selbst komme aus dem Leistungsschwimmen und mache mittlerweile Triathlon, ebenfalls beim TSV Reinbek. Nach dem Unterricht engagiere ich mich an meiner Schule, aber auch in verschiedenen Arbeitsgemeinschaften, unter anderem leite ich die Licht-und-Ton-AG, bin in der organisatorischen Leitung des Schulsanitätsdienstes und wirke bei der Schwerelos Begabtenförderung mit. Musik spielt ebenfalls eine wichtige Rolle in meinem Leben – ich freue mich, Teil der Bigband und des Jugendsinfonieorchesters an der Sachsenwaldschule sein zu dürfen.
Warum ist Dein Engagement insbesondere für Mädchen und Frauen wichtig?
Ich finde es wichtig, früh erleben zu dürfen, dass einem alle Wege offenstehen, unabhängig davon, wer man ist und woher man kommt. Besonders für Mädchen und junge Frauen ist das allerdings in überwiegend männlich dominierten Umfeldern leider noch nicht selbstverständlich, sodass beispielsweise in der Feuerwehr oder auch in technischen Aufgabenbereichen weibliche Vorbilder umso wichtiger sind. Mit meinem eigenen Engagement habe ich erfahren, wie viel man bewirken kann, wenn junge Mädchen sehen, dass auch Frauen Verantwortung, Entscheidungen und Führungsaufgaben übernehmen. Es braucht wie beim Lernen nur jemanden, der zeigt, dass es möglich ist. Dabei profitiert nicht nur jede und jeder Einzelne, sondern die ganze Gemeinschaft. Unterschiedliche Perspektiven bereichern Teams, man kann es täglich miterleben: Ein respektvolles Miteinander entsteht dort, wo Vielfalt selbstverständlich gelebt wird. Deshalb möchte ich besonders andere Mädchen ermutigen, ihre Stärken einzubringen und sich selbst etwas zuzutrauen.
Hast Du ein Vorbild?
Ja, ich bewundere so viele Menschen, die Verantwortung übernehmen und sich in ihren Leidenschaften und Kompetenzen beweisen. Besonders inspirieren mich diejenigen, die sich ehrenamtlich engagieren und ihre persönliche Zeit investieren, um die Gemeinschaft zu stärken. So viele Leute haben mir gezeigt, wie wichtig gegenseitiger Respekt, Teamgeist, Engagement und Ehrlichkeit sind. Jeden Tag aufs Neue motivieren mich auch die vielen tollen Menschen, mit denen ich zusammenarbeiten darf. Von fast jedem und jeder kann man etwas dazulernen.
Magst Du uns verraten, ob Du schon Pläne hast, wie es nach der Schule weitergeht für Dich?
Ja klar, ich habe da schon einen groben Plan. Nach meinem Abitur möchte ich ein naturwissenschaftliches Studium beginnen, am liebsten Medizin, denn mich reizt die Arbeit im Rettungswesen. Ob ich direkt studiere oder zunächst praktische Erfahrungen als Sanitäterin sammeln werde, hängt wohl von meinem Abi-Schnitt ab. Mein ehrenamtliches Engagement möchte ich auf jeden Fall beibehalten. Ich kann es kaum erwarten, in die Freiwillige Feuerwehr überzutreten und all das jahrelang Erlernte endlich nutzen zu können. Auch als Schwimmtrainerin möchte ich gerne weitermachen, weil mir die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sehr am Herzen liegt. Langfristig wünsche ich mir, in einem Beruf arbeiten zu dürfen, in dem ich Menschen helfen kann, um meinen Beitrag zum Wohl der Gesellschaft zu leisten.
